Starkregenereignisse mit über 80 bis 100 Litern Wasser pro Quadratmeter und Stunde stellen konventionelle Entwässerungssysteme vor unlösbare Probleme. Versiegelte Flächen leiten Sturzfluten binnen Minuten in die Kanalisation, was zu Überflutungen, vollgelaufenen Kellern und Bodenerosion führt. Nachhaltige Entwässerungssysteme (Sustainable Drainage Systems - SuDS) verfolgen das Prinzip, Regenwasser nicht schnellstmöglich abzuleiten, sondern dort zurückzuhalten, zu versickern und zu verdunsten, wo es anfällt. SerVilla integriert nach den Richtlinien der DWA-A 138 und DIN EN 752 unterirdische Retentions-Rigolen, versickerungsfähige Verkehrsflächen und hochwasserresiliente Stahlbaukonstruktionen.
1. Hydrodynamische Bemessung nach DWA-A 138
Der Spitzenabfluss (Qspitze) eines Baugrundstücks bei Starkregen wird über das Zeitbeiwertverfahren ermittelt:
Mit Abflussbeiwert C (C ≈ 0.90 für versiegelten Asphalt, C ≈ 0.20-0.30 für Gründächer), Regenintensität I (L/(s·ha)) und Einzugsfläche A.
- Spitzenkappung (Hydrograph Smoothing): Konventionelle Metalldächer leiten 90 % des Niederschlags in den ersten 10 Minuten ab. Ein SerVilla-Retentionsdach kombiniert mit Erdspeichern drosselt den Abfluss auf den natürlichen Abflussbeiwert unberührter Wiesen (Qabfluss ≤ 2-5 L/(s·ha)).
2. Geozellulare Versickerungsrigolen (Füllkörper-Rigolen)
Zur dezentralen Versickerung werden hochfeste Polypropylen-Rigolenblöcke im Erdreich eingebaut:
- 95 % Hohlraumvolumen: Klassische Kiesrigolen bieten lediglich 30 % Speichervolumen. Geozellulare Kunststoffblöcke weisen 95 % Nutzvolumen auf, wodurch das Aushubvolumen um zwei Drittel schrumpft.
- Geotextil-Ummantelung: Ein robustes Filtervlies schützt den Speicherkörper vor Verschlämmung. Nach dem Unwetter sickert das Wasser über 24 bis 48 Stunden schadlos in das Grundwasser ein.
| Hochwasserschutz-Komponente | Konventioneller Standard | SerVilla SuDS-Systemstandard | Baulicher & Ökologischer Nutzen |
|---|---|---|---|
| Sturmwasser-Rückhaltung | Direkte Einleitung in den Mischwasserkanal | Unterirdische Rigolen-Kassetten mit 95 % Hohlraum | Entlastet die kommunale Kanalisation zu 100 % |
| Zufahrten & Stellplätze | Versiegelter Asphalt oder Beton | Ökopflaster mit Splittfuge / Rasengittersteine | Vollflächige Versickerung vor Ort |
| Rückstausicherung | Einfache mechanische Rückschlagklappe | Elektronischer Hebeanlagen-Rückstauverschluss (EN 13564) | Schützt Keller bei Kanalrückstau hermetisch |
| Sockelhöhe & Geländemodell | Bodengleicher Eintritt | Fußbodenoberkante +50 cm über HQ100 (Jahrhunderthochwasser) | Schützt Wohnräume vor Überflutung |
| Fundament-Ringdrainage | Einfaches Drainrohr im Kiesbett | Vollsickerrohre mit Spülschächten nach DIN 4095 | Baut hydrostatischen Wasserdruck auf die Wände ab |
3. Trocknungsvorteil des Leichtstahlbaus nach Flutereignissen
Während Mauerwerk und Dämmstoffe aus Mineralwolle nach einer Überflutung wochenlang feucht bleiben und abgerissen werden müssen, nimmt das kaltgewalzte, feuerverzinkte Stahltragwerk kein Wasser auf. Nach dem Abpumpen können die Wandbekleidungen geöffnet, das Stahlskelett gereinigt und binnen 48 Stunden mit Bautrocknern restlos getrocknet werden.