Leitfaden-Thema
Radon Protection And Soil Gas Barrier
Autor & Prüfung
SerVilla Ingenieur- & Redaktionsteam
Zielstandards
Passive House, KfW 40, Minergie
Bemessungsnorm
Eurocode 3, Eurocode 8, ISO 9972
Stand
2026 Q3 / Güncel
Technischer Leitfaden & Systemvergleich

Radonschutz & Bodengas-Abdichtung im Bau | SerVilla

Radon-Gefahrenkarten, Unterboden-Absaugsysteme (Radonbrunnen) und gasdichte Verbundmembranen.

Radonschutz & Bodengas-Abdichtung im Passivhausbau

Radon (222Rn) ist ein natürlich vorkommendes, radioaktives Edelgas, das durch den radioaktiven Zerfall von Uran und Radium im Erdreich und Festgestein entsteht. Da es farblos, geruchlos und geschmacklos ist, bleibt sein Eindringen ohne Messtechnik unbemerkt. Über Undichtigkeiten in Bodenplatten, Risse und Rohrführungen diffundiert es in Aufenthaltsräume und gilt nach dem Tabakrauchen als zweithäufigste Ursache für Lungenkrebs. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt einen Jahresmittelwert von maximal 100 Bq/m³, während das deutsche Strahlenschutzgesetz (StrlSchG) einen gesetzlichen Referenzwert von 300 Bq/m³ vorschreibt. Im modernen Passiv-Stahlhaus verhindern hochdichte Verbundmembranen und Unterboden-Absauganlagen das Eindringen von Bodengas zuverlässig.

1. Radon-Physik und konvektiver Bodengas-Transport

Das Eindringen von Radon in Gebäude wird überwiegend durch geringe Druckdifferenzen zwischen Baugrund und Innenraum angetrieben:

  • Kamineffekt: Im Winter steigt erwärmte Raumluft nach oben und erzeugt im Untergeschoss einen Unterdruck (Δ P ≈ 2 - 10 Pa).
  • Dieser Saugeffekt zieht das radonhaltige Bodengas durch undichte Fugen und Leitungsdurchführungen förmlich in das Gebäude.
  • Der Gastransport setzt sich aus Diffusions- und Konvektionsströmen zusammen:
J = -D · dC / dx - k / μ · C · dP / dx

Wobei D den Diffusionskoeffizienten, k die Bodenpermeabilität, μ die dynamische Viskosität und dP/dx den Druckgradienten beschreibt. Primäres Ziel im Passivhaus ist es, diesen Diffusionsstrom durch gasdichte Schichten zu stoppen und den Druckgradienten umzukehren.

2. Radon-Vorsorgegebiete in Deutschland, Österreich und der Schweiz

Aufgrund geologischer Formationen (Granit, Buntmetalle, Karst) weisen manche Regionen sehr hohe Bodenluftkonzentrationen von über 100.000 Bq/m³ auf:

  • Deutschland: Ausgewiesene Vorsorgegebiete im Erzgebirge, Bayerischen Wald, Fichtelgebirge und Teilen des Schwarzwaldes.
  • Österreich und Schweiz: Granitische Gebiete im Waldviertel, Mühlviertel sowie alpine Täler in Graubünden und dem Tessin.
  • SerVilla berücksichtigt vor Baubeginn die behördlichen Radon-Karten und geotechnischen Baugrundgutachten.

3. Gasdichte Verbundmembranen mit Aluminiumkern

Gewöhnliche Baufolien aus reinem Polyethylen bieten keinen dauerhaften Radonschutz, da das Edelgas auf atomarer Ebene durch Standard-PE diffundiert:

  • Alukaschierte Elastomer-Verbundmembranen: Eine integrierte Reinaluminiumfolie (15 - 25 μm) wirkt als absolute Diffusionssperre.
  • Radon-Diffusionskoeffizient: Zertifizierte Bahnen weisen einen Wert von D ≤ 10-12 m²/s auf und gelten als radondicht nach DIN SPEC 20000-202.
  • Nahtverbindung: Überlappungen von mindestens 100 mm werden im Heißluftschweißverfahren oder mit beidseitigem Butyl-Dichtband luftdicht verschlossen.

4. Passive und aktive Unterbodenabsaugung (Radonbrunnen)

In der kapillarbrechenden Schotterschicht unter der isolierten Bodenplatte wird ein Rohrsystem oder ein Absaugschacht (Radon-Sump) installiert:

  • Passive Druckentlastung: Ein geschlossenes Steigrohr führt vom Schotterbett über das Dach. Der natürliche thermische Auftrieb leitet das Bodengas gefahrlos ins Freie ab.
  • Aktive Absaugung: In stark belasteten Gebieten erzeugt ein geräuscharmer, dauerlauffester 20W-Rohrventilator kontinuierlich einen leichten Unterdruck unter der Bodenplatte, sodass kein Bodengas ins Haus diffundieren kann.

5. Radonschutzmaßnahmen im technischen Vergleich

Schutzkomponente Konventioneller Standard Erhöhter Schutzstandard SerVilla Passivhaus-Standard
Dichtungsbahn 0.2 mm PE-Folie 1.2 mm Bitumenbahn Alukaschierte Verbundbahn (D < 10-12 m²/s)
Nahtfügung Stoß an Stoß verklebt Butylband-Verklebung Verschweißte Überlappung + Butyl-Sicherungsstreifen
Rohrdurchführungen PU-Bauschaum Dichtmanschetten Gasdichte Ringraumdichtungen (Curaflex/Hauff)
Baugrund-Entlüftung Keine Punktueller Radonbrunnen Ringförmiges Saugleitungssystem mit Dachauslass
Lüftungssystem Fensterlüftung Abluftanlage Kontrollierte Be- und Entlüftung (KWL) ohne Unterdruck
Raumluft-Zielwert Häufig > 150 Bq/m³ < 100 Bq/m³ < 50 Bq/m³ (Sichere Wohnqualität)

6. Ringraumdichtungen und Druckbalance durch KWL

Die kritischsten Leckagestellen für Radon sind Hauseinführungen von Trinkwasser, Abwasser, Strom und Glasfaser. Bei SerVilla werden alle Durchdringungen mit gas- und druckwasserdichten Ringraumdichtungen (Typ Curaflex / Hauff-Technik) im Fundament eingegossen. Zusätzlich verhindert die eingemessene KWL-Anlage im Passivhaus einen raumseitigen Unterdruck, wodurch das Bodengas gar nicht erst ins Gebäude gesaugt wird.

Transparenz- & Redaktionshinweis: Die in diesem Leitfaden dargestellten Vergleiche basieren auf über zwei Jahrzehnten internationaler Erfahrung von SerVilla im Leichtbaustahl sowie auf den Eurocode-Bemessungsnormen und Passivhaus-Kriterien. Für verbindliche Entscheidungen erstellen unsere Ingenieure eine standortbezogene Statik- und Baukostenkalkulation.

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Häufig gestellte Fragen

Wichtige Antworten zu Bauweise, Zertifizierung und Projektablauf.

Nein. Die Modelle sind Architekturkonzepte. Eine Zertifizierung wird nur mit passendem Gebäudezertifikat ausgewiesen. Fragen Sie den projektbezogenen Planungs- und Nachweisumfang an.

Sie können einen vorhandenen Entwurf anfragen. Die Anpassung an Stahlbau, Grundstück und Energieziel wird vor Fertigung geprüft.

Die vier Materialpakete enthalten Fundament und Erdarbeiten nicht. Örtliche Fundamentplanung und Ausführung werden im Angebot ausdrücklich zugeordnet.

Nein. Förderfähigkeit hängt von Programm, Antragsteller, Projekt und Antragsbedingungen ab. Die zuständige örtliche Fachperson prüft den aktuellen Weg.

Die Länderliste ist ein Informationsleitfaden. Transport, Montage und örtliche Unterstützung werden für Zielort und Umfang bestätigt.

Die Dauer hängt von Planung, Genehmigungen, Beschaffung, Fertigung und Baustellenbereitschaft ab. Fordern Sie einen Terminplan mit Zuständigkeiten und Abhängigkeiten an.

Die geltenden Bedingungen stehen im Vertrag und den einschlägigen Produktunterlagen. Eine allgemeine Website- oder Katalogaussage legt keine projektbezogene Garantiezeit fest.

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